Einführung des Faches Ethik
„Ethik“ wird in Berlin, als erstem Bundesland, als zweistündiges Pflichtfach in allen Jahrgängen 7 bis 10 eingeführt.

Der Fachverband Ethik wurde auf Initiative von Pro Ethik am 12. März 2009 als Lehrkräfte-Verband ins Leben gerufen. Pro Ethik hatte sich als Gegenbewegung zu der Initiative Pro Reli gegründet und mit dazu beigetragen, dass der Volksentscheid für die Einführung von Religion als reguläres Schulfach an Berliner Schulen von der Mehrheit der Berliner Bevölkerung abgelehnt wurde.
Nachdem das Fach Ethik 2009 per Schulgesetz als achtstündiges ordentliches Schulfach für die Schuljahre 7 bis 10 an den Berliner Oberschulen eingeführt wurde, ging es darum, es in der Praxis an den Schulen zu etablieren und sich für die Qualität des Unterrichts einzusetzen. Der Fachverband kämpfte für die Qualifizierung der Lehrkräfte und nahm Einfluss auf die Genese des ersten Rahmenlehrplans.
Den Gründern des Verbandes ging es um eine Einbeziehung der Religionswissenschaften, der Soziologie und Psychologie in das Lehramtsstudium. Ein „Dialogforum Ethik“ wurde 2010 gegründet, in dem sich die bildungspolitischen Sprecher*innen von SPD, Grünen, Linken, die GEW und Vertreter*innen von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften austauschten. Gleichzeitig bemühte sich das Institut für Vergleichende Ethik an der FU Berlin in den „Dahlemer Gesprächen“ um Austausch unter Student*innen, Lehrer*innen und Dozent*innen des Faches.
Im April 2011 erlag Gert Eggers, Gründer von Pro Ethik und engagierter Kämpfer für das Fach, seinem Krebsleiden.
In einer erneuten Überarbeitung des Rahmenlehrplans 2012 erhielt die Handlungs- und Kommunikationskompetenz eine Aufwertung.
Im Oktober 2013 erwirkte der Fachverband erstmals Auskunft über die Qualifizierung von Ethiklehrkräften an den Schulen und erreichte, dass diese Daten in Zukunft jährlich erhoben werden. An den ISS sind immer noch zwei Drittel der Ethik-Lehrkräfte nicht qualifiziert, an den Gymnasien ein Drittel.
In den folgenden Jahren unterstützte der FV Ethik Fachtage, die von den Ethik-Mulitiplikator*innen ausgerichtet werden. Erste Gespräche mit dem FV Philosophie fanden informell statt.
2014 beteiligte sich der FV Ethik aktiv an der Erstellung des neuen kompetenzorientierten Rahmenlehrplans und kommentierte das Ergebnis während der Anhörungsphase kritisch.
2015 schloss die FU das von Prof. Michael Bongardt gegründete Institut für Vergleichende Ethik und gliederte die Ausbildung der Ethik-Lehrkräfte in die Philosophisch Fakultät ein. Parallel entwickelte die HU das Lehramtscurriculum für Ethik/Philosophie-Lehrkräfte im Rahmen ihrer Philosophischen Fakultät.
Im November 2016 lud der Fachverband aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Faches an Berliner Oberschulen zu einer Podiumsdiskussion zwischen Vertreter*innen der Universitäten und Schulen, des Christentums, des Islams und der Humanistischen Union ein.
2017 gründete sich der Fachverband neu als eingetragener und gemeinnütziger Verein.
Seit 2019 haben die beiden Lehrerverbände für Philosophie und Ethik ihre Zusammenarbeit verstärkt, z.B. bei der Unterstützung von Fachtagen.
„Ethik“ wird in Berlin, als erstem Bundesland, als zweistündiges Pflichtfach in allen Jahrgängen 7 bis 10 eingeführt.
Start des modularen „Weiterbildungsprogramms Ethik“ durch das LISUM Berlin für ausgebildete Fachlehrkräfte.
Gründung des „Instituts für Vergleichende Ethik“ an der FU. An der HU übernimmt diese Aufgabe die akademische Philosophie.
Die Initiative „Pro Reli“ setzt einen Volksentscheid gegen das Pflichtfach Ethik durch. Als Gegenbewegung gründet sich die Initiative „Pro Ethik“ – und gewinnt: Die Berliner*innen entscheiden mehrheitlich zugunsten des Pflichtfaches Ethik.
Gründung des „Fachverband Ethik Berlin“ nach einem Aufruf durch Gerd Eggers von „Pro Ethik“.
Schließung des Instituts für Vergleichende Ethik an der FU. An der HU und FU wird die Fachdidaktik Philosophie aufgebaut. Studiert wird ab jetzt das Doppelfach Ethik/Philosophie mit Lehrbefähigung für Ethik in der Sek I und Philosophie in der Oberstufe.
Der dritte Rahmenlehrplan Ethik wird am LISUM – parallel zu den KMK-Vorgaben für alle Fächer – erarbeitet und vom Fachverband Ethik kritisch begleitet. Erstmalig werden Standards in Bezug auf die Kompetenzen für das Fach ausgewiesen.
Der Fachverband gründet sich als eingetragener Verein und gibt sich den Namen Fachverband Ethik Berlin e. V., und ist somit Mitglied des Bundesverbandes Ethik e. V.
Die Forderung nach mehr Politikunterricht an den Schulen wird vom Fachverband Ethik gemeinsam mit den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern unterstützt. Gleichzeitig wird in einer gemeinsamen Erklärung die Erhöhung der Stundenzahl für die GeWi-Fächer gefordert.
An vielen Schulen wird das Fach Ethik in den Jahrgängen 7 bis 10 um ein bis zwei Stunden verkürzt unterrichtet. Ethik wird dem Fächerverbund der GeWi-Fächer zugeordnet.
